Sonntag, 27. Januar 2008

Die Oper in Sydney

Immer wieder gern fotografiert, neben der Harbour Bridge die Touristenattraktion Nummer 1, hatte ich heute seit langer Zeit mal wieder die Gelegenheit, mir dieses Kunstwerk vom Wasser aus anzuschauen. Auf dem Weg nach Manly tuckert die Fähre nämlich in aller Ruhe daran vorbei und man kann endlich mal den Ausblick geniessen, ohne gleich 3 Millionen grimassenschneidende Asiaten vor der Linse oder zwischen den Füßen zu haben...

Und wunderschön sieht sie aus, die Oper, wenn die weißen Schindeln im Sonnenlicht glitzern...

Viele Grüße in den Winter...

Gerade zu Hause angekommen, habe ich den Ohrwurm von Pohlmann im Ohr „Wenn jetzt Sommer wär“ und irgendwie muss ich das zum Anlass nehmen, Euch mit Songausschnitten zu grüßen. Es ist schade, dass Ihr nicht gerade hier mit mir den Sommer genießen könnt... :-(


„Wenn jetzt Sommer wär, wär ich hinterher mir'n Shirt anzuziehen und dann ab ans Meer und der Winter hier läge hinter mir ich hätt' 'n Eis auf der Zunge und würd' nicht mehr friern'.“


Am Meer war ich heute. Ich habe den ganzen Tag in Manly am Strand verbracht, habe mich gesonnt, in den Wellen getobt und den Leuten beim Surfen und Beachvolleyball spielen zugeschaut und schon habe ich zwei neue Vorsätze für die Zeit nach meinem Umzug in die andere Wohnung, für die Zeit, in der ich nicht mehr aus dem Koffer lebe und es hoffentlich schon wieder als selbstverständlich hinnehme, einen Kleiderschrank zu haben: ich möchte Beachvolleyball spielen und Surfen lernen. Einen neuen Tennisclub muss ich mir ja sowieso noch suchen, aber das steht ja schon länger auf meiner Liste...Ein leckeres Eis habe ich mir übrigens auch gegönnt, um noch mal auf den Text zurück zu kommen.


„Wenn jetzt Sommer wär', in meiner Heimatstadt, dann würd' ich raus auf den Hof und dann ab aufs Rad, in die Badze fahrn' und vom Dreier springen und nachts auf der Straße Jack Johnson singen. "


Wie gesagt, Schwimmbad nicht, aber dafür schöner Strand...und nach Jack Johnson singen ist mir auch zumute, zumal ich morgen frei habe wegen Australia Day und es so aussieht als würde sich das Wetter halten!
Und weil bei mir jetzt gerade Sommer ist und ich den Winter so gar nicht vermiss, send ich Grüße an all' die Sommerkinder!!!!


Während ich hier so sitze und diesen überaus schönen Tag noch mal Revue passieren lasse, ein zufriedenes Grinsen im Gesicht, muss ich doch zugeben, dass ich leicht übermütig bin... :-)

Samstag, 26. Januar 2008

Auto aufgebrochen

War ich das, die gesagt hat, Sydney ist großartig? In vielen Dingen ist es eben doch einfach nur ne Großstadt, auch wenn die Leute hier freundlicher und zugänglicher sind als in anderen Weltstädten...Die Tage kam ich aus der Kneipe, wo ich mit meinen zukünftigen Mitbewohnern zu einem Quizabend und nem Rumpsteak verabredet war, und war auf dem Weg nach Hause als ich im Vorbeilaufen entdeckte, dass meine komplette Rückbank völlig durchwühlt war. Seit Wochen nämlich fahre ich meine Bettwäsche spazieren, weil ich damit Hannes' Wohnzimmer nicht belagern möchte und die Kissen haben mittlerweile ihren festen Platz. An diesem Abend hatten sie es sich dann auf der Hutablage und dem Beifahrersitz gemütlich gemacht, was bei mir die Alarmglocken läuten ließ. Eigentlich war es ja nur eine Frage der Zeit, bis mein Auto reif sein würde, sieht man doch immer wieder Glasscherben auf den Bürgersteigen liegen, die von diversen Einbrüchen zeugen... Da aber mein Auto sowieso nichts wert ist und es auch ganz deutlich ist, dass Kopfkissen und Decken ebenso wenig von Interesse sein sollten, fühlte ich mich relativ sicher. Wie ich festgestellt habe, war das ein Irrtum: die Beifahrertür war geknackt, mein Handschuhfach durchwühlt, der Aschenbecher rausgerissen und überhaupt wurde alles auf den Kopf gestellt, aber bis auf ein paar Parkmünzen haben die Bekloppten nur meine Tasche mit Postkarten, persönlichen Briefen und Bildern geklaut. Darüber war ich außerordentlich wütend und die verdammten Bengel hatten Glück dass ich sie nicht auf dem Heimweg mit ein paar Bierchen im Blut erwischt habe. Nach zwei Bier bin ich nämlich immer besonders mutig! Aber das ist ne andere Geschichte...Eine Runde um den Block spaziert und ich hatte mein Habseligkeiten wieder! Idioten!!! Das Gute an der ganzen Geschichte ist aber, dass sie die Tür offenbar einfach so aufgehebelt haben und kein Fenster einschlagen mussten, so dass ich jetzt wenigstens keine Rennerei mehr habe. Seitdem lasse ich mein Handschuhfach und auch meinen Aschenbecher geöffnet wenn ich das Auto abends vor dem Haus abstelle, damit die Halbgescheiten direkt sehen, dass es sich nicht lohnt... Sehnsüchtig warte ich auf meinen Garagenstellplatz, der mir diese Dramen in Kürze ersparen wird!

Botanischer Garten

Nach einer längeren Regenphase schien endlich am Sonntag wieder die Sonne! Das habe ich gleich ausgenutzt und habe meine am Vortag erstandenen Laufschuhe eingeweiht. Eine solch malerische Joggingstrecke findet man nirgendwo anders: immer schön am Wasser entlang, an der Werft vorbei, eine Schleife um den Botanischen Garten, rüber zur Oper, eine Runde um die Oper und zurück. Da macht sogar mir Laufen Spaß, und das will schon was heißen! Mittags wurde es dann richtig warm und da habe ich mich gleich mit einem Handtuch, einer Flasche Wasser und einem Buch bewaffnet und bin in den Botanischen Garten spaziert, wo ich mir ein nettes Plätzchen mit Blick auf Hafenbrücke und Oper gesucht und mich gesonnt habe. Ganze 6 Stunden habe ich so vergammelt! Herrlich...Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen – und das beste ist: wir haben ein langes Wochenende und am Montag frei, weil nämlich Samstag Australia Day ist. Wenn das Wetter gut ist, kann ich diese Aktion gleich mal wiederholen und sicher wird wieder einiges los sein in der Stadt, so dass ich den ganzen Tag herumstromern werde bevor ich mich abends dann endlich mal ins Nachtleben stürze. Sicher wird es schwer werden, einen ordentlichen Club zu finden, weil die Szene hier doch sehr technolastig ist und das geht ja mal gar nicht! Dafür bin ich einfach zu intolerant (alt?), abgesehen davon, dass dieser schrecklich monotone Technobeat meinen Herzschlag aus dem Rhythmus bringt und mir so nach dem Leben zu trachten scheint. Da begebe ich mich doch lieber auf die Suche nach einem Rockclub und ruiniere meine Gesundheit mit ein paar Bierchen oder Longdrinks...das geht noch lange nicht so auf die Pumpe! :-)

Samstag, 12. Januar 2008

Wohnungssuche erfolgreich abgehakt!

Wie es aussieht, reisst meine Gluecksstraehne einfach nicht ab: nun hat sich auch die Suche nach einer Bleibe wie von selbst erledigt...und alles ist mal wieder purer Zufall, aber wie das so ist: Reden bringt die Leute zusammen :-)

Ich fummelte gestern nach der Arbeit noch unbeholfen am Schloss zum Eingang des Appartmentkomplexes rum, in dem ich derzeit bei Hannes zu Gast bin - Laptop (ja, mein Firmenlaptop!) in der einen Hand, Handtasche in der anderen...klappte nicht allzugut, was zwei Jungs, die schon drin waren, sehr zu amuesieren schien. Im Lift haben die beiden gewartet dass ich mit hochfahren wuerde, waehrend ich  mir schoen Zeit liess, weil ich dachte, die sind eh schon weg und dann warte ich mal bis der Lift wieder runterkommt. Einer von den beiden steckte dann den Kopf aus dem Lift und fragte, ob das mit mir heute noch was wuerde...Peinlich, peinlich. Ich also rein in den Lift, wir haben uns nett unterhalten und dabei haben sie gleich bemerkt, dass mein Akzent europaeisch ist. Da sie Hannes kennen, haben sie gleich gefragt, ob ich ihn auch kennen wuerde. Ein Wort ergab das andere und als ich dann von meinem neuen Job erzaehlte und dass ich eine Wohnung suche, wurde mir gleich ein Zimmer angeboten. Praktischerweise naemlich zieht einer der beiden mit seiner Freundin in 3-4 Wochen hoch nach Townsville um sein Studium zu beenden. Das bedeutet, dass ich in absehbarer Zeit nur 3 Tueren weiter wohne als jetzt! Ha, bin ich zufrieden! Wie schoen dass ich so ein Glueck habe! Um den Deal zu besiegeln sind wir dann erst mal lecker Bierchen trinken gewesen in der Kneipe um die Ecke...Heute gehen wir alle zusammen zu einem kostenlosen Jazzkonzert in der Domain, einem Park gleich hier um die Ecke. Wir nehmen unsere Picknickdecken mit, Wein, ne Kuehltruhe und werden dann schoen quatschen, es uns gut gehen lassen und einen schoenen warmen Sommerabend zu Jazzmusik ausklingen lassen. Nicht schlecht, moechte ich  meinen...

Ueberhaupt ist die Wohnlage hier der absolute Knaller! Ich habe mein eigenes Zimmer und Badezimmer, Kueche und Wohnzimmer teile ich mir mit Evan und seiner Freundin. Praktischerweise ist alles moebliert, so dass ich mir noch nicht mal ein Bett kaufen muss... Die Wohnung selbst liegt direkt in Woolloomooloo am Wasser, gleich an der alten Werft, die umgebaut wurde, so dass dort jetzt einige der besten Restaurants Sydneys zu finden sind. In die Innenstadt laufe ich 10 Minuten, zur Arbeit fahre ich eine Viertelstunde und zum Strand ist es auch nicht wirklich weit, man muss allerdings mit dem Auto fahren. Der Appartmentkomplex verfuegt ueber eine Dachterrasse mit spektakulaerer Sicht auf die City, was besonders zu Silvester der Knaller sein muss. Zusaetzlich gibt es einen Pool oben auf dem Dach und eine Tiefgarage, wo mir auch ein Stellplatz zusteht...

Dany im Glueck sag ich nur :-)

Dienstag, 8. Januar 2008

Mein erster Arbeitstag

Mein erster Arbeitstag in Sydney hat mir gut gefallen. Mein Chef ist ausgesprochen nett, die anderen 3 Produktmanager und die Assistentin machen auch einen guten Eindruck und alle nehmen sich Zeit mich einzuarbeiten, die Grundlagen zu erklären und bieten ständig ihre Hilfe an. Bisher bin ich also sehr zufrieden. Da ich eine Parkkarte habe, muss ich mir auch keine Gedanken um die Parkplatzsuche machen und ich Glückliche fahre gerade mal 15 Minuten zur Arbeit von Hannes aus. Wenn ich erst eine Unterkunft in einer der näher gelegenen Stadtteile habe, verkürzt sich die Zeit noch entsprechend. Wie es der Zufall will, sucht auch eine Kollegin aus einer anderen Abteilung eine Mitbewohnerin. Sie ist diese Woche noch in Amerika, aber ab Montag wieder hier und dann werde ich sie gleich mal kontaktieren und mir die Wohnung anschauen. Dann hätte ich nur noch 10 Minuten zur Arbeit und etwa genauso lange zum Strand!!!
Laptop und Firmenhandy bekomme ich auch noch. Ich will nur hoffen, dass die mir nicht auch so'n Blackberry verpassen wie es mein Chef hat! Der wird nämlich von Anrufen und Mails geradezu gejagt. Aber ich habe die Hoffnung, dass ich dafür nicht wichtig genug bin... Hoffentlich stimmt das, aber davon gehe ich jetzt mal aus.

Silvester der anderen Art

Silvester haben wir auch auf Kangaroo Island verbracht und wie man erwarten konnte, waren die Inselbewohner auf Feuerwerke nicht allzu gut zu sprechen. Böse Zungen behaupteten zwar, dass ja eh nicht mehr viel hätte abbrennen können und gerade 2007 die Gelegenheit für ein Feuerwerk der Extraklasse gewesen wäre, aber dieses Mal war es seit langem das erste Silvester ohne Raketen und Böller! Stattdessen hatten wir Karten für ein Konzert in einem der Ausflugslokale bei Seal Bay. Die Band, die gespielt hat, würde bei uns sogar von der Schulbühne gejagt werden, aber es war das beste, was die Insel zu bieten hatte... Wenig Einwohner, wenig Talente sag ich mal! Aber es hätte schlimmer kommen können: ich hätte singen können. Insofern war alles okay, die Getränke waren unglaublich günstig und ausgerechnet in der Silvesternacht konnte ich nicht trinken! Wie ärgerlich ist das bitte? So was passiert mir vielleicht zwei Mal im Jahr – warum am 31.12. wenn man schlechte Musik hört und sowieso viel, viel Durst hat, weil es sehr warm ist?!? Ich hab mich totgeärgert, hatte ich doch große Pläne und wollte mir so richtig schön einen löten... Die anderen haben natürlich gut zugeschlagen sodass natürlich auch nach Ende der Party noch lange nicht an schlafen zu denken war. Wir hatten unsere Swags auf einer Weide neben der Partylocation aufgeschlagen und die Jungs waren so voll, laut und unkoordiniert, dass wir kein Auge zumachen konnten. Daraufhin wollten Pe und ich unseren Swag weiter von dem Stall wegbewegen, den die Jungs als neue Partylocation auserkoren hatten. Leah, die auch schon in ihrem Swag auf der Ladefläche des Utes lag, schrie dann nur Ryan zu, er sollte uns helfen den Swag wegzuziehen – der hat nicht richtig zugehört und verstanden, sie wollte selbst auch weiter weg und hat sich dann mal schön besoffen ins Auto gesetzt und den Rückwärtsgang eingelegt. So hat Leah dann unfreiwillig eine sehr holprige Fahrt übers Feld gemacht und wurde gut durchgeschüttelt...