Samstag, 27. März 2010

Easter Feast bei David und Elio

Am Wochenende vor Ostern, also eine Woche früher als gewöhnlich, fand das alljährliche Easter Feast bei David und Elio auf dem Programm. Schon letztes Jahr war ich über Anke eingeladen und dieses Jahr durfte ich wieder vorbeikommen und Charlotte mitbringen. Leider hatte ich auch am Nachmittag noch ein Spiel meiner Damenmannschaft, was sich hier aber auf 4 Sätze Doppel beschränkt, so dass es dann doch nicht so viel Zeit in Anspruch nahm. Schade war es trotzdem, denn die Leute sind immer super nett und das Essen ist einsame Spitzenklasse. Elio ist gebürtiger Sizilianer und gelernter Koch. Morgens fährt er dann schon zum Fischmarkt und kauft frische Zutaten um dann all seine Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten zu verwöhnen. Wir müssen einfach nur Wein mitbringen und 30-40 Dollar um die Kosten zu decken. Dann wird geschlemmt: Austern natur, Austern mit Seetang, Austern Kilpatrick, Garnelen auf Salat mit Cocktailsauce, Muscheln auf dreierlei Art zubereitet, mindestens 3 verschiedene Pastasorten mit Flusskrebs, Garnelen oder Muscheln, diverse Monsterfische schonend im Ofen gegart mit frischen Kräutern und und und... Einfach unschlagbar! Ich musste nach der Vorspeise zum Tennis abdampfen und als ich zurückkam waren alle schon ziemlich vollgefressen so dass ich den halben Monsterfisch alleine futtern konnte. Dann wurden einige Gäste übermütig und haben sich entschieden nackt im Pool schwimmen zu gehen. Ich bin zwar noch gefahren und war damit weder übermütig noch betrunken, aber es geht doch nix über nackt in der Dunkelheit im Pool schwimmen! Da bin ich doch dabei...

Montag, 22. März 2010

Bluebottles

Scheiß Quallen! Gestern hat mich zum ersten Mal eine erwischt und ich kann berichten dass es sehr unangenehm ist wenn sich die Tentakel um den Knöchel schließen und ihr Gift abgeben...

Zunächst wusste ich gar nicht wie mir geschah. Ich war auf dem Weg ins Wasser und da die Brandung gestern in Coogee ziemlich heftig war, wurden auch viel Sand und Muschelstückchen von den Wellen mit an den Strand getragen. Durch den heftigen Sog zurück ins Meer dachte ich zunächst dass ich einfach nur Pech hatte und mir ein paar schärfere Muscheln gegen den Knöchel gespült wurden... ne Memme wollte ich ja auch nicht sein und schließlich war ich gerade auf dem Weg mich ins große Vergnügen zu stürzen. Da kann man sich ja nicht aufhalten lassen! Also ab ins Wasser, schön in den Wellen gespielt und dann habe ich doch tatsächlich einen Bluebottle aus nächster Nähe gesehen... und ich dachte noch... komisch, komisch dass mein Knöchel noch immer brennt. Na gut, der Groschen ist kein Sturzbomber und somit habe ich mich dann endlich 10 Minuten später aus dem Wasser bequemt. Kaum hatte ich nicht mehr die wohltuende Kühle des Meeres auf der Haut, fing mein Knöchel an zu brennen wie wild. Das Gefühl kann man sich ungefähr so vorstellen wie wenn man immer wieder aufs Neue die Haut gegen Brennesseln hält... und das dann mal für 2-3 Stunden! Also nicht wirklich schmerzhaft, aber doch extrem unangenehm. Die Haut fängt innerhalb kurzer Zeit an Blasen zu werfen und feuerrot zu werden. Die einzige Kur ist duschen und die Finger davon lassen. Kühlen hilft, aber dann müsste man ja zum Lifeguard rüberlaufen und danach war mir nicht so wirklich... Kleiner Scheißer!! Ich hoffe dass der Lumpsack, der mich erwischt hat, zu denen gehört, die an Land gespült wurden und auf dem Strand ausgetrocknet sind. Etwa 3-4 Stunden später war die Hautrötung und auch der Juckreiz dann wieder weg. Da ich heute morgen aufgewacht bin, war ich wohl auch nicht allergisch, was ja durchaus von Vorteil ist... Somit habe ich also meine erste Begegnung (nach über 2 Jahren!) mit einem giftigen Tier hier in Australien überlebt.

Einweihungsparty

Kaum zu glauben, aber wahr: nach über 3 Monaten haben wir unsere Einweihungsparty gegeben! Woohoo! Schon etwas peinlich, aber dadurch dass ich in Deutschland und Charlotte in England war und außerdem noch der ein oder andere Geburtstag dazwischenkam, sollten wir im März die Einweihungsfete geben, die eigentlich im Dezember fällig gewesen wäre... Besser hätte das Wetter dann aber auch nicht sein können - wir hatten schöne 31°, strahlend blauen Himmel und konnten sowohl Balkon als auch Innenhof (mit Hängematte!) nutzen. Natürlich hatten wir lecker Bierchen am Start und den Grill haben wir natürlich auch mal wieder in Anspruch genommen. Weil wir den Hals nicht voll bekommen konnten, haben wir schon mal mittags um 15h angefangen und sind dann irgendwann gegen 3h morgens ins Bett gekippt - d.h. ich bin dann eher nicht in mein eigenes gekippt, weil da schon 2 Leute gepennt haben. So musste ich bei Charlotte um Asyl bitten, denn auch die Reservematratze im Wohnzimmer war schon vergeben... Insgesamt war es mal wieder eine nette Mischung verschiedener Nationalitäten und es waren diesmal nicht ganz so viele Leute da wie sonst, aber der harte Kern hat sich mal wieder kampferprobt gezeigt und somit waren es wohl so 20-25 Leute, die sich mit uns einen schönen Tag gemacht haben.
...keine besonderen Vorkommnisse - der Spülkasten blieb an der Wand und auch sonst ist mir nicht aufgefallen dass was/wer zu Bruch gegangen wäre... außer natürlich der ein oder andere Schädel, der am Sonntag gebrummt haben dürft. Meiner war aber nicht dabei! Ich hatte nämlich noch genug von der Woche davor, in der ich mich im Suff zum Löffeldieb degradiert habe...

Donnerstag, 25. Februar 2010

Der Spülkasten muckt auf

Charlotte ist nach zweieinhalbwöchigem Heimaturlaub aus England zurückgekehrt... wie schnell die Zeit vergeht! Kaum war sie 3 Stunden hier ist schon wieder das erste Unglück passiert. Sie hat irgendwie immer Pech, wobei ich damit nicht sagen will dass das, was passiert ist, ihre Schuld war. War es ganz und gar nicht, aber witzig war es allemale und dass es ausgerechnet passiert ist als sie wieder zurück war...hahaha! In der Nacht zum Mittwoch muss es wohl 2x ordentlich gescheppert haben bei uns in der Wohnung. Charlotte dachte, es sei ein Einbrecher und hat sich schon in die Hose gepisst vor Angst... Ich habe natürlich wie üblich nichts gehört und seelenruhig weitergeschlafen bis ich sie irgendwann meinen Namen rufen hörte. Also bin ich aufgestanden, noch immer im Halbschlaf, und habe sie in meinem Badezimmer aufgefunden wo sie fleißig meinen Fußboden gemoppt hat. Auch schön, dachte ich... aber seit wann putzt Du, dann ausgerechnet mein Badezimmer und nicht Deins und dann noch mitten in der Nacht?!? Besoffen war sie ja nicht als ich ins Bett ging... Witzig, was einem so durch den Kopf schießt. Was zeitgleich durchs Badezimmer schoss und sicher zunächst meiner Aufmerksamkeit entzog war ne Menge Wasser, das, wie ich mit meiner im Halbschlaf extrem langen Leitung zu guter letzt feststellen konnte, aus dem Spülkasten meiner Toilette sprudelte. Auch schön, dachte ich noch so und legte den Kopf zur Seite - musste ich nämlich damit der Spülkasten wieder ansatzweise gerade aussah. Der war nämlich schön aus der Wand gebrochen (Scheppern Nummer 1) und anschließend gegen die geflieste Wand gedonnert (Scheppern Nummer 2). Nun gut, dann haben wir mal das Wasser abgedreht, ein Foto gemacht - für die bekloppte Agentur, die sicher mal wieder genau nichts unternimmt...aber egal, so hat man sich nichts vorzuwerfen - und sind wieder ab ins Bett. Am nächsten Morgen komme ich in mein Bad und guck wie ein Auto weil mein Klo irgendwie komisch aussieht. Nur langsam und schemenhaft kommen die Erinnerungen wieder und mir wird klar dass das kein Traum war. Nun denn, seitdem besetze ich Charlotte's Klo und mit viel Glück wird meine Toilette noch dieses Jahr repariert! Besonders hervorheben möchte ich, dass Charlotte so tapfer war aus dem Bett zu steigen und nachzusehen woher das Scheppern kam, denn sie war sich relativ sicher dass Einbrecher unsere Fenster zerschlagen hatten und im Wohnzimmer ihr Unwesen treiben würden. Hut ab - und was mache ich?! Schnarch...
Haha, da lache ich heute noch drüber. Nicht so witzig ist es wenn ich in der Nacht aufs Klo möchte und der schiefe Spülkasten mich daran erinnert dass das keine gute Idee ist...

Sonntag, 31. Januar 2010

Abseiling and Canyoning

Zu Marlies' Geburtstag hat sich Martijn was Besonderes einfallen lassen: Abseiling and Canyoning in den Blue Mountains. Da wir schon um 9h da sein mussten, sind wir morgens um 7h aus Sydney losgefahren um uns nach Katoomba durchzuschlagen. Kaum angekommen, fing es an zu regnen. Wie wahrscheinlich bitte ist das hier in Australien im Januar?! Aber auch der Regen konnte uns die gute Laune nicht verderben und so sind wir mit Regenjacken bewaffnet aufgebrochen um zunächst an einer 5m hohen Felswand die Grundzüge des Abseiling zu erlernen bzw wieder aufzufrischen. Charlotte war die einzige, die noch nie vorher klettern oder abseilen war, hat sich aber eigentlich ganz gut angestellt.

Nach zwei Trainingsläufen an der 5m Wand ging es dann in die nächste Schlucht, wo wir uns jeweils zwei Mal an einer 15 und 30m Wand abseilen durften. Die Aussicht auf die Blue Mountains war fast schon unheimlich. Ist man doch gewohnt kilometerweit auf Sandstein und Eukalyptusbäume zu schauen, war an diesem Tag das gesamte Tal in Nebel gehüllt und man sah nicht wirklich viel... Für die Leute, die sich nicht sicher waren ob sie denn nun Höhenangst haben oder nicht, war die Wetterlage sicherlich eher von Vorteil. Da wir insgesamt 7 Personen in der Gruppe waren, hat das Abseilen den gesamten Vormittag in Anspruch genommen und so haben wir gleich im Anschluss schon unsere Mittagspause gemacht.

Frisch gestärkt ging es dann runter in einen Canyon, den wir entlanglaufen, -klettern, -schwimmen und -springen sollten um uns am Ende durch einen 30m hohen Wasserfall in ein Wasserloch abzuseilen. Das Abseilen am Vormittag war ja schon wirklich gut, aber mir persönlich hat das Canyoning noch besser gefallen - vielleicht weil es was Neues oder auch weil es sehr abwechslungsreich war?! Der Canyon selbst war sehr schmal - ich denke, dass er an der breitesten Stelle nicht breiter als 5m war und so sind wir in unserer kleinen Gruppe einer nach dem anderen wie eine Häftlingskarawane durch das eiskalte Wasser gewatet. Wir hatten zwar Joggingschuhe und Neoprenanzüge an, nicht zu vergessen unsere hässlichen und doch so notwendigen Sturzhelme, aber lecker kalt war es trotzdem. Was so harmlos mit durch knöcheltiefes Wasser Waten anfing wurde schnell sehr spannend. Wir mussten uns rittlings in dunkle Wasserlöcher werfen, Felswände herunterrutschen und natürlich unseren Tourguides vertrauen dass sie uns nicht auf irgendwelche Felsen springen lassen. An einigen Stellen wurde es schon ein bißchen haarig, musste man doch eine gewisse Distanz springen um sauber zu landen... Das Highlight kam natürlich zum Schluss: der Wasserfall! Hätte irgendjemand von uns Panik bekommen und sich geweigert sich abzuseilen, wüsste ich nicht wie man anders wieder aus dem Canyon rausgekommen wäre. Ich glaube, dann hätte ein Hubschrauber herhalten müssen... Die Tour Guides schienen ja Vertrauen in die Gruppe zu haben. War das Abseilen am Morgen noch recht einfach gewesen, so stellte der Wasserfall aus verschiedenen Gründen eine Herausforderung dar: zum einen ist der Felsen extrem rutschig und wenn man nicht wirklich auf einen breiten Stand achtet, rutscht man blitzschnell weg und donnert mit irgendeinem Körperteil gegen den Felsen, was schmerzhaft sein dürfte. Dazu kommt, dass sich eine nicht unerhebliche Menge Wasser den Weg nach unten bahnt während man versucht sich abzuseilen, etwas zu sehen, die Orientierung nicht zu verlieren und nicht zu ertrinken. Ich hing einmal horizontal im Wasserfall und brauchte einen Moment um mich wieder zu orientieren und zu erinnern dass es keine gute Idee ist das Seil loszulassen... dann hätte ich nämlich wohl erst kopfüber gehangen und dann den Abflug gen Wasserloch gemacht. Die letzten 5m durften wir dann springen, was auch richtig Spaß gemacht hat. Wie sich herausstellen sollte, haben sich die beiden, die sich gegen den Sprung entschieden haben, leicht verletzt - eine am Knie, die andere am Handgelenk... Der Sprung war also in doppelter Hinsicht eine gute Entscheidung!

Alles in allem war dieser Tag sicher kein Kinderspiel, aber auf jeden Fall ein unglaublicher Thrill, der es wert war die elende ewige Wanderung zurück und bergauf auf sich zu nehmen, die mir noch 5 Tage später in den Beinen stecken sollte. Ach ja, ein Knöllchen habe ich auch bekommen, weil ich es gewagt habe, vorwärts in eine Parklücke einzuparken, an der angeblich ein Schild stand man müsste rückwärts einparken. Böse, böse... erkennbare Gründe für diese Anordnung gibt es nicht und das Schild habe ich ebenfalls nicht entdeckt. Trotzdem durfte ich 84$ zahlen, wie ich 6 Wochen später herausfinden sollte...

Mittwoch, 27. Januar 2010

Australian Open

Die Australian Open sind natürlich das Tennishighlight des Jahres! Wie in 2009 auch, konnte ich nicht widerstehen und wurde wie magisch von Melbourne angezogen. Gut dass Charlotte, Marlies und Martijn derselben Meinung waren. So haben wir schon im Oktober Karten für Samstag Nachmitag und Sonntag Abend vorbestellt und ich habe mir dann vor Ort noch Tickets für Montag und Mittwoch gekauft. Übernachtet haben wir wieder in South Yarra im Bizmotel, Park Street. Das hatte sich im letzten Jahr als gute Bleibe herauskristallisiert, weil man nur durch den Park laufen muss um zum Tennis zu gelangen. Ich war im absoluten Tennishimmel, konnte mir das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht wischen, habe so ziemlich alles gesehen, was Rang und Namen hat und mich wieder neu in die Rückhand von Roger Federer und Justine Henin verliebt. Dazu war unsere Gruppe ja echt nett. Neben den Holländern waren noch Bekannte der beiden dabei. Eine war mal wieder besonders nervig... die versuche ich in Sydney schon immer zu vermeiden, weil mir einfach der Kragen platzt wenn ich die Alte zu lange um mich habe. Völlig egoistisch, muss immer alles bestimmen... hat aber leider keine Ahnung... versucht jeden zu bemuttern und würde einem am liebsten noch vorschreiben dass man sich den Hintern mit links abwischen muss, weil es sonst ungesund fürs Herzkreislaufsystem ist. Dazu hat sie leider überhaupt kein Taktgefühl und ist auch noch geizig. Jeder kauft ne Runde für die gesamte Mannschaft nur sie nicht... Besonders nervig wird es, wenn man das Pech hat den Sitzplatz neben ihr zu haben. Dann fängt sie nämlich an Roger Federers Spiel zu analysieren und deckt seine sämtlichen 'Schwächen' auf und erklärt Dir wie er den Punkt besser hätte machen können... und das alles von einem stark übergewichtigen Zwerg, der selbst keinen Ball trifft! Wie man sieht wird das nicht meine Freundin! Da ich aber mal wieder eine Harmoniephase durchlebte, habe ich mich schwer zusammengerissen und bin immer abgehauen wenn ich kurz davor war ihr einen einzuschenken. Ich habe mir dann ein Bierchen geholt, mich einen Moment in die Sonne gesetzt, bin die Trainingsplätze abgelaufen und habe tief durchgeatmet... so ungefähr 10 Mal am Samstag. Wie froh war ich als die Ziege sich dann am Sonntag zurück nach Sydney bewegt hat. Leider habe ich mich nicht verabschieden können!



Neben Federer und Henin habe ich Serena und Venus Williams jeweils 3 Mal gesehen, Azarenka, Wickmayer, Davydenko, Verdasco, Roddick, Gonzalez und Mansur Bahrami auf nem Nebenplatz im Doppel der Legends. Super, super, super! Überhaupt ist die Atmosphäre einfach toll um die Rod Laver Arena herum. Die Trainingsplätze sind besser zugänglich als im Rochusclub, weil sie alle separat liegen und man von zwei Seiten zuschauen kann. Darüber hinaus gibt es natürlich unzählige Sponsorenzelte, die tausend Sachen anbieten, für die ich keine Zeit finden konnte, weil ich ja zum Tennis gekommen war und nicht um mich im Evianzelt mit Eiswürfeln massieren zu lassen... Besonders schön ist die großen Rasenfläche gleich neben dem Stadion, wo sich alle die einfinden, die keine Karten mehr bekommen haben oder einfach nach dem Ende der Daysession für die Nightsession dort bleiben und die Matches auf der großen Leinwand verfolgen. Je besser das Wetter, desto besser das Erlebnis natürlich.



Als ich dort war, war es sehr wechselhaft. In Melbourne muss man immer für alles gerüstet sein und am besten eine lange Hose, Jack und nen Regenschirm dabei haben wenn man morgens in kurzer Hose aus dem Haus geht. Überhaupt hängt es stark davon ab, welche Sitzplätze einem zugeteilt werden, weil man nämlich in der Sonne unter Umständen trotz einer angenehmen Brise heftigst schwitzt während einem dieselbe Brise im Schatten eine Gänsehaut nach der anderen beibringt und man sich wünscht, man hätte eine Decke eingepackt.

Dienstag, 26. Januar 2010

Big Day Out

Das Australia-Day-Wochenende habe ich mit Charlotte, Marlies, Martijn und ein paar anderen in Melbourne verbracht. So ergab sich die perfekte Kombination aus Australian Open und Big Day Out, dem großen Rockfestival hier in Australien, zu dem Felix dann auch noch nach Melbourne runterkam. Das Lineup war für australische Verhältnisse richtig gut und Bands wie Kasabian, The Decemberists und eben auch Lily Allen waren da. Headliner waren Muse, was natürlich richtig toll war, aber sehen wollte ich vor allem Powderfinger aus Brisbane und Eskimo Joe aus Freemantle. Karnivool aus Perth waren ebenfalls richtig gut und das Festival hatte schon so ein wenig Rock am Ring-Feeling nur dass es eben einen Tag gedauert hat und extrem schlecht organisiert war. Das Festival war ja Monate vorher schon innerhalb von 20 Minuten ausverkauft. Ich weiß nicht genau wie viele Leute da waren, aber ich würde mal so 40000 schätzen. Wenn man doch den Luxus hat zu wissen was einen erwartet, dann organisiert man doch entsprechende Eingänge, Kontrollpunkte für Taschen etc... Nö, nicht hier in Australien! Da reichen dann 5 Warteschlangen je Eingang (davon gab es 2!) aus um die ganzen Leute abzufertigen, die alle natürlich überraschend zwischen 11 und 12 Uhr auflaufen. Hat man sich dann einmal durch den Eingang gequetscht, darf man sich gleich die nächste Warteschlange vornehmen. Die bildete sich nämlich vor dem Zelt an dem Armbändchen ausgegeben werden, auf denen 'Legal Drinking Age' steht. Sonst kriegt man nämlich kein Bier... Eine weitere gefühlte Stunde später wird einem dann die dumme Frage gestellt ob 1977 oder 2014 mein Geburtsjahr sei. Den Kommentar dass ich aus der Zukunft geschickt wurde um die Welt zu retten habe ich mir dann mal gespart... Nun hatte ich das heißersehnte Bändchen um den Arm und auch schon richtig Durst weil es nämlich affenheiss war und was muss ich als nächstes erfahren? Die nächste Schlange wartet schon! Bier kann man nämlich nicht einfach kaufen weil man endlich dieses lächerliche Armband trägt, nein, man braucht auch noch Biermarken! Geht's noch?!? So was beklopptes ist mir ja im Leben noch nicht untergekommen!!! Nun gut, nächste Schlange überstanden... 10 Biermarken reicher... auf zur Bar... die Bar ist ein eingezäunter Bereich... schön dass man sich auch noch wie ein Affe im Zoo fühlen darf wenn man ein kaltes Bier an nem heißen Sommertag trinken möchte... Also ab ins Gehege und schön die nächste Schlange suchen. Endlich in der 1. Reihe angekommen, findet man dann heraus dass man nur 2 Getränke auf einmal kaufen kann. Man darf also nur einen Freund haben wenn man auf Konzerten Bier trinken möchte! Wieder was dazugelernt. So haben wir uns also jeder gleich 2 Cider unter den Nagel gerissen und konnten endlich die Musik genießen. Die Bands waren super, Atmosphäre ansonsten wirklich sehr schön und es hat sich trotz der elenden Warterei gelohnt.