Sonntag, 19. April 2009

Somehwere only we know

Den Nachmittag habe ich in Philo's neuer Wohnung (meine ehemalige Nachbarin aus dem Erdgeschoss) verbracht und Möbel zusammengeschraubt. Sie hat ihr eigenes Appartment in Darlinghurst gekauft, ganz in der Nähe des Coke-Signs mit Blick auf die Hafenbrücke und Wasser. Die Renovierungsarbeiten sind noch nicht komplett abgeschlossen, aber das ganze nimmt Form an und so haben wir fleißig geschraubt was das Zeug hielt...
Gegen Abend dann bin ich in die Stadt um ENDLICH mein heißersehntes Keane-Konzert im Metro zu sehen! Mein Arbeitskollege Amador hat Tickets besorgt und ich bin jetzt noch hin und weg von Keane, die ja ohnhin todgeil sind, vor allem aber von der Atmosphäre in diesem kleinen Venue auf der George Street mitten in der Innenstadt. Es passen keine 1000 Leute rein, Keane haben 2 Konzerte gegeben und wurden so was von gefeiert... WAHNSINN! Wir kamen recht spät an und haben die Vorband „The Ivy“ leider verpasst, sind dann auch erst in den Saal als die ersten Akkorde zu hören waren und haben trotzdem mühelos einen Platz recht vorne bekommen. Normalerweise würde ich von ergattern sprechen, aber das ist hier einfach nicht der Fall. Während man sich in Deutschland mit Fäusten den Weg nach vorne bahnen muss wenn man nicht schon 2 Tage vorher seine Zelte in der 1. Reihe aufgeschlagen hat, sind hier alle sehr entspannt und kümmern sich nicht drum wie weit man nun vorne steht. In so einer Location wie dem Metro auch kein Ding – es wirkt nicht größer als ein Kinosaal in einem Multiplex-Kino und so standen wir etwa 10 Meter von der Bühne entfernt. Ich konnte mein Glück nicht fassen und ich muss sagen, die Jungs waren großartig!
Sie haben alles gegeben was sie hatten und sind dabei so bescheiden und freundlich, so nahbar und authentisch dass es eine Freude ist ihnen zuzuhören. Nach dem 3. Bühnenabgang nach 90 Minuten kamen sie dann zurück und teilten uns mit dass sie einfach nicht mehr Lieder hätten – und es stimmte, sie haben wirklich alles gespielt was ging und kamen dann spontan mit „Under Pressure“ von Queen um die Ecke. Ich muss sagen, seitdem Freddie gestorben ist, habe ich keine so gute Version gehört! Das war definitiv das Highlight meiner Woche und ich werde mich noch den ganzen Monat totfreuen dass ich das Keane-Konzert in Sydney gesehen habe! Das fette Grinsen wischt mir so schnell keiner vom Gesicht.

Boxen mit Marlies

Um 8h musste ich mich dann aus dem Bett quälen, weil ich Schlaumeier es für eine tolle Idee gehalten habe, an einem Samstagmorgen ein Probetraining für Boxen gemeinsam mit Marlies zu organisieren. Ich muss gestehen, dass ich auch nach dem 2. Zähneputzen noch einen leicht fahlen Biergeschmack im Mund hatte, aber meine Vorfreude aufs Boxen hat deutlich gegen den Ruf meines Bettes gewonnen und so sind Marlies und ich pünktlich um 9h bei PUNCH aufgeschlagen. Formulare ausgefüllt, Boxhandschuhe ausgesucht und ab die Post. Ich hatte mich bisher nie für Boxen interessiert, weil ich mir nicht auf den Kopf hauen lassen will und ich dachte, dass Training automatisch zu nem Boxkampf führen müsste... Die Idee, dass man ja einfach trainieren kann ohne anderen auf die Glocke zu hauen, ist mir einfach nicht gekommen. Schade eigentlich, denn ich habe ein neues Hobby gefunden! Wir hatten beide so dermaßen Spaß gegen die Patches zu schlagen dass wir auf jeden Fall 1x die Woche unser Training fortsetzen werden. Zum Glück ist PUNCH eine reiner Boxer-Gym, also gibt es dort keine Tussies, Stepaerobic oder sonstige schwule Kurse! Nur Sandsäcke, Punchbälle, Boxringe und Matratzen – endlich mal ne angenehme Workout-Atmosphäre! Nach 1h Boxen, Liegestütze und Situps konnten wir zwar beide unsere Arme kaum noch heben und mir war bereits eine Stunde später klar, dass ich am besten für den Sonntag einen Rollstuhl bestellt hätte, aber es hat sich gelohnt!

Kollegen und Ex-Kollegen

Donnerstag war es wieder so weit – Treffen mit den alten Ingram-Kollegen im Newmarket Hotel. Die Kneipe ist nicht schön, aber selten und das wichtigste ist ja eh, dass die richtigen Leute zusammenkommen. So waren auch nur die netten Ex-Kollegen eingeladen und wir hatten einen gemütlichen Abend im Biergarten und ich habe mir die ganzen Schauergeschichten über meinen alten Arbeitsplatz angehört – mal wieder eine Bestätigung, dass die Kündigung dort eine meiner besseren Entscheidungen war seitdem ich in Australien bin.
Am Freitag dann hatten wir eine Team-Bonding-Night von SIMMS, aber eigentlich war das nur der offizielle Name für ein Besäufnis auf Firmenkosten. Unser Produktmanagement- und Marketingteam hat sich aufgemacht nach Darling Harbour – erst mal lecker Bierchen und Cocktails in der Helm Bar mit Blick aufs Wasser. Da musste sich der ein oder andere Mut antrinken, weil wir nämlich anschließend in die Karaoke-World sind. Gut dass ich mit meinen Holländern schon mal da war... So wusste ich was auf mich zukommt! Nicht karaokemäßig, sondern mehr was die Location angeht. Der Duisburg Asta-Keller sieht dagegen gut aus und die Räume erinnern mich auch eigentlich eher an das, was ich mir so unter schmuddeligen Pornokinokammern vorstelle... ABER wir hatten Spaß und alle haben sich zum Affen gemacht. Gegen 2h kam ich dann leicht betrunken aber glücklich nach Hause, auch wenn ich früher daheim sein wollte, da ich mit Marlies zum Boxen verabredet war (Probetraining). Wenn die Stimmung aber so gut ist, will man ja auch keine Spaßbremse sein und ich hatte Probleme ein Ende zu finden - mal wieder ein schöner Abend!

Sonntag, 12. April 2009

Coogee to Bondi

Gegen Abend hat Ruki mich angerufen und gefragt, ob wir nicht gemeinsam den Coastal Walk von Coogee nach Bondi machen wollten. Den hatte ich schon länger auf meiner Liste und habe auch gleich zugestimmt. Leider hatten wir es uns so spät überlegt dass es schon dunkel wurde als wir unser Auto in Coogee geparkt haben, aber wir hatten eine Mission und so sind wir trotzdem los. Das, was ich gesehen habe, war wunderschön und ich weiß schon jetzt, dass ich beim nächsten Mal meine Kamera mitnehme und eigene Bilder schieße. Für den Moment füge ich mal ein paar ein, die ich im Internet gefunden habe...


Viel treppauf, treppab, direkt am Wasser entlang, immer die sich brechenden Wellen im Ohr und Salzgeruch in der Nase, sind wir unsere 6km gelaufen - nicht weit, im Dunkeln allerdings doch eine Herausforderung, weil die Treppen recht ungleichmäßig sind und doch immer mal ein Stein im Weg liegen kann. Was ich vergessen hatte, war die Tatsache dass man über den Friedhof in Waverley laufen muss um den kompletten Weg nach Bondi hinter sich zu bringen. Ruki fand das weniger spannend, hat sie doch ordentlich Schiß vor Friedhöfen im Dunkeln - drumherumlaufen war aber keine Option... so musste sie eben da durch! Die Friedhöfe hier sind viel schöner als in Deutschland und weniger angsteinflößend im Dunkeln. Deutsche Friedhöfe haben so viele dunkle Ecken, meist wegen der vielen Büsche, Hecken und Bäume, die die verschiedenen Grabreihen voneinander trennen. Die Friedhöfe hier sind sehr weitläufig und es gibt so gut wie keine Büsche, die einem das Gefühl geben, da könnte sich jemand verstecken und einem auflauern... Wenn ich nicht sehen kann ob sich Menschen in Reichweite befinden wenn es dunkel ist, bekomme ich Angst. So aber war es ein schöner Spaziergang und die Grabsteine faszinieren mich einfach sehr hier. Wie man es aus Irland kennt, gibt es viele keltische Kreuze hier, jeder Grabstein sieht anders aus und es ist einfach nicht so langweilig wie in Deutschland, wo sich doch alle Grabsteine sehr ähneln... ähnliche Form, evtl. ne andere Farbe, aber das war es dann auch schon. Ich könnte jetzt schon wieder los und meine eigenen Fotos machen, so gut hat es mir gefallen...
Für heute habe ich mir vorgenommen ein Kajak zu mieten und durch das Hafenbecken zu paddeln - wohin man auch immer paddeln darf mit so ner kleinen Nussschale... Daumen drücken dass keine Haie unterwegs sind, die sich besonders für mein Kajak interessieren!

Dumme Idee...

Ostersamstag den Versuch zu starten nach Bondi Junction, in unsere Shopping-Mall zu fahren, ist auch mehr als dämlich. Dann wiederum dachte ich, dass alle Ostern irgendwie in Familie machen und nur ich allein bin - so habe ich mich auf den Weg gemacht um ein schnurloses Telefon mit zwei Basisstationen zu kaufen. Schnell habe ich gelernt, dass ich nicht die einzige bin, die Ostern shoppen geht und durfte diese Erfahrung teuer bezahlen! Ganze 35 Minuten hat es gedauert bis ich überhaupt erst mal einen Parkplatz bekommen habe - kaum zu glauben! Ich hatte die Schnauze so was von voll und war gerade wieder auf dem Weg aus dem Parkhaus raus als endlich ein Parkplatz für mich frei wurde... Schnell geparkt, ab zu Harvey Norman, habe ich mich durch die Menschenmassen geschlagen und dann auch gleich noch meine Lebensmitteleinkäufe erledigt. Der Telefonkauf hat mir wenig Befriedigung verschafft und konnte ganz und gar nicht die lange Suche nach einem Parkplatz wettmachen - ich hätte noch Klamotten kaufen sollen, aber die ganzen Leute haben mir den Spaß ordentlich verdorben.
Zurück am Auto warteten dann gleich zwei Autos darauf, dass ich meinen Parkplatz räume - eins voll mit 4 Mädels, die sehr freundlich waren und sich aufs Einkaufen freuten, und eins mit nem knurrigen Mittfünfziger, der einfach nur ne Fresse gezogen hat. Ich habe ein paar Worte mit den Mädels gewechselt während ich meine Einkäufe in den Kofferraum lud, und habe mir gleich von dem alten Miesepitt nen Kommentar eingefangen... er sei als erstes dagewesen, der Parkplatz stünde ihm zu bla bla bla. Ich habe ihm erklärt es sei mir scheißegal was mit dem Parkplatz passiert wenn ich rausfahre, weil mein Leben davon nicht wirklich abhinge - fand er weniger gut und er wurde leicht wütend. Kaum war ich zweieinhalb Meter aus der Lücke raus, ist er schon mit nem Affenzahn an mir vorbei und in die Lücke reingesaust! So was habe ich ja im Leben noch nicht gesehen! Rüpel!!! What goes around comes around... hoffentlich ist er in der Mall auf irgendeiner Pfütze ausgerutscht und hat sich das Bein gebrochen! Frohe Ostern...

Freitag, 10. April 2009

Osterparty

Wie es dann so ist wenn man nicht gut drauf ist, bin ich gestern dann meiner deutschen Nachbarin Anke über den Weg gelaufen - Takeaway von meinem Lieblinsthai in der Hand, Scheißlaune wegen des ungelösten Problems mit meinem einen Hersteller und wahrscheinlich einer Fresse, die ihresgleichen sucht... Ich dachte mir, es ist schon sehr traurig ganz allein zu sein an dem Abend vor einem langen Wochenende, das traditionell ein Familienwochenende ist, und dann setzt dieser Weltschmerz ein. Zum Glück habe ich so was superselten - eigentlich kann ich mich nicht erinnern, hier bisher so empfunden zu haben. Ich glaube, 1x alle 18 Monate ist das schon erträglich, aber ich war darauf gestern irgendwie nicht vorbereitet und hatte auch keine Lust mich damit auseinanderzusetzen.
Anke hat mich dann spontan zum Lunch bei ihren schwulen italienischen Freunden eingeladen und so sind wir heute losgezogen um den ganzen Tag zu essen, zu quatschen und zu trinken - nur dass Anke wegen irgendeines Typen dann gegen 14:30 abgehauen ist und ich mich entschieden habe dort zu bleiben, weil die Leute alle so nett waren. Ich bin dann allein mit dem Taxi erst gegen 19h nach Hause gefahren und muss sagen, ich hatte eine gute Zeit. Das Essen war der Wahnsinn! Der eine Italiener ist Koch und ist schon morgens um 3h aufgestanden um frischen Fisch vom Fischmarkt zu kaufen, hat dann vorbereitet und als wir ankamen, war er noch immer beschäftigt. Es gab Austern in 4 verschiedenen Versionen, Garnelen auf Salat, Muscheln auf dreierlei Art, Pasta mit Krebsen und Tomatensauce, Risotto und wir waren noch lange nicht beim Hauptgang angelangt als ich mich entschlossen habe zu gehen... Dazu immer lecker Weinchen, tolle Unterhaltung und wunderschönes Wetter. Wir haben auf dem Balkon in der Sonne gesessen und es uns gut gehen lassen.
Damit wäre mal wieder bewiesen, dass spontane Entscheidungen oft die besten sind!
Ich wünsche Euch allen FROHE Ostern und ein schönes langes Wochenende.

Von Osterhasen und BBQ

Meine neue Firma ist unglaublich locker drauf. Zwar arbeite ich nicht weniger als bei meinem alten Arbeitgeber, aber die freundliche Grundstimmung macht die Arbeit sehr viel angenehmer - fast so wie damals bei Globell. Am Donnerstag etwa hatten wir unser Ostermotto und alle im Büro haben sich mehr oder weniger als Osterhasen verkleidet. Ich hatte keine Ohren und habe mir nur am Vorabend schnell einen kleinen fluffigen Schwanz aus Wattebäuschchen und Haarspray gebastelt... Klar hatte unser Social Committee damit gerechnet und gleich mal einen Satz Ohren gekauft, so dass wir alle mit hässlichen pinken oder gelben Hasenohren auf dem Kopf am Schreibtisch saßen und unserer Arbeit nachgingen. Nach ner Weile haben die blöden Hasenohren hinter meinen Ohren gedrückt und so habe ich sie abgelegt... Das war der alberne Teil unseres Osterdonnerstags, aber es gab Schokolade für jeden, warmen Kakao und Mürbchen zum Frühstück und mittags hat unser Chef dann noch den Grill angeschmissen und uns alle zu BBQ und Bier eingeladen. Das fand ich mal wieder eine sehr nette Geste und hätte mich in Osterstimmung gebracht, wenn nicht nach dem BBQ einer meiner Hersteller für Chaos gesorgt hätte, weshalb ich dann leider im Endeffekt bis 20h im Büro war - aber das ist ne andere Geschichte. Fakt ist ich bin mehr oder weniger in Osterstimmung und habe seit langer Zeit mal wieder etwas Heimweh.