Sonntag, 21. Dezember 2008

Carols by Candlelight

Samstag Abend war es so weit: Carols by Candlelight in the Domain! Einmal im Jahr trifft sich ganz Sydney in einem der Parks und rückt mit Picknickdecken, Eskis (Kühltaschen gefüllt mit Eis und ordentlich Alkohol), Essen, Campingstühlen und Kerzen an um gemeinsam Weihnachtslieder zu singen. In der Domain, dem Park ganz in unserer Nähe, wird eine riesige Bühne aufgebaut, es gibt tolle Beleuchtung, gute Chöre und Bands und zum Schluss ein Feuerwerk. Die meisten Leute kommen schon früh morgens um einen Platz zu reservieren, einige campen sogar in der Nacht zuvor im Park um möglichst nah an der Bühne sitzen zu dürfen. Sicher waren einige tausend Leute da.. schwer zu schätzen wieviel tausend, aber ich würde mal auf 20.000 bis 30.000 tippen - gemessen an den Massen, die man so vom Rock am Ring gewöhnt ist, glaube ich, dass ich da ein ganz gutes Auge haben sollte. Die Stimmung war überwältigend. Ein Lichtermeer erstrahlte bei Einbruch der Dämmerung, weil wirklich jeder seine eigene Kerze dabei hatte.

Natürlich hatten wir auch unseren Eski mit ordentlich Sekt und Wein am Start, dazu ne gepflegte Käseplatte und sogar Baguette und selbstgemachte Kräuterbutter. Wir waren gut gerüstet und haben schön gepicknickt, um dann irgendwann völlig betrunken nach Hause zu wanken... Mittlerweile bin ich dank dieser Veranstaltung doch ein wenig in Weihnachtsstimmung, auch wenn mein Gehirn es immer noch nicht auf die Kette kriegt, Weihnachen und sommerliche Temperaturen in Einklang zu bringen. So saßen wir dann noch mit 2 holländischen Freunden vor unserem Plastiktannenbaum, den Jade liebevoll und äußerst bunt in mühsamer Kleinarbeit geschmückt hat. Die Geschenke liegen hier übrigens schon unter dem Baum sobald man sie gekauft hat, um das Leben der besonders Neugierigen unnötig zu erschweren. Mein Geschenk steht da auch schon länger und der Anblick nervt mich täglich... ich bin doch soooo neugierig und wüsste zu gerne was drin ist...Meins ist das lange goldene - hat irgendwer ne Idee was das sein könnte? Ein Heizstrahler für den Winter ist es nicht, das habe ich schon gefragt...

Freitag, 19. Dezember 2008

Company BBQ

Heute geht meine 2. Woche bei Simms zu Ende und waehrend ich noch immer in engem Kontakt zu meinen Kollegen stehe und mir jeden Tag neue Schauermaerchen zu Ohren kommen, freue ich mich immer mehr und mehr hier zu sein. Ich dachte, das Glueck findet keine Steigerung mehr, aber doch...

Heute hatten wir unser Weihnachts-BBQ. Sehr cool und typisch ausralisch natuerlich. Gegen 12h wurden die Bierflaschen rausgeholt, der Grill angeschmissen und die firmeneigene Tischtennisplatte rausgeholt. So haben wir schoen vor uns hingegrillt, getrunken und erzaehlt, das ganze auf dem Buergersteig vor dem Haupteingang...ich lach mich kaputt! Diverse Hersteller kamen noch kurz vorbei um Frohe Weihnachten zu wuenschen, der ein oder andere hat noch nen Kasten Corona dagelassen - nette Geste, so laesst es sich leben!

Wir mussten uns als einen unserer Company-Values verkleiden: Passion. So bin ich in Tennisklamotten aufgelaufen, mein Chef kam als Angler, der Geschäftsführer war in Fahrradmontur unterwegs und ansonsten gab es kaum Verkleidungen - leicht enttäuschend, aber Spaß hat es trotzdem gemacht!

Abends dann habe ich mich noch mit meinen Ex-Kollegen in einer Kneipe in Rosebery getroffen um das Wochenende zu begießen. Das war auch mal richtig schön, meine Leutchen wiederzusehen!!!

Freitag, 12. Dezember 2008

Beer-o'clock

Genau meine Firma! Ausgezeichnet... darauf hatte ich schon lange gewartet. In typisch australischer Manier werden hier freitags um 16h die Bier- und Weinflaschen rausgeholt und man kann sich bei nem Drink, entspannter Unterhaltung oder (falls noetig) unter Fortsetzung der Arbeit schon mal seelisch aufs Wochenende einstellen. Ich hatte ja schon gehoert und in anderen Lebensbereichen hautnah erfahren, dass die Australier ein Saeufervolk sind, aber jetzt ist es zum ersten Mal in der Bueroumgebung der Fall und ich muss sagen, das liegt mir... Bei meinem alten Arbeitgeber war Alkohol am Freitag nur in der letzten Viertelstunde der Arbeitszeit gestattet und dann wurde man auch moeglichst schnell herauskomplimentiert.

1. Zahnfuellung

Letzte Woche dachte ich, ich sei besonders schlau und habe noch mal schnell nen Kontrolltermin beim Zahnarzt eingeschoben bevor ich meinen neuen Job beginnen sollte. Da meine Zaehne ja immer schoen in Ordnung waren, hatte ich gar nicht damit gerechnet dass ich noch mal hin muesste... Irrtum, ich habe jetzt meine erste Fuellung!!! Schockschwere Not, riesige Katastrophe und meine Angst vor Spritzen macht mich nicht gluecklicher! Sicher war es eine Frage der Zeit bis auch ich meine erste Fuellung bekommen wuerde, aber ich bin schon schwer enttaeuscht von der Widerstandskraft meines Zahnschmelzes. Dazu kommt, dass ich ja mittlerweile ueber eine australische KV versichert bin und die mal gleich, damit es doppelt schoen ist, einen nur geringen Beitrag zu ner Fuellung zahlt. Hallo, Fuellung!! Wir reden nicht ueber ne Zahnhygiene, die ich mir selbst ausgesucht habe... da hatte ich mal keine Wahl. Halsabschneider!!! Gesundheitssysteme, ts ts...
Darueber kann ich mich mit wachsender Begeisterung aufregen und die Tatsache, dass meine Nase noch immer leicht taub ist, gepaart mit dem verdammten Regen und entsprechenden Temperaturen IM SOMMER!!! tragen nicht gerade zu meiner guten Laune am heutigen Tag bei. Zum Glueck muss ich nicht auch noch bei Ingram im Buero sitzen und mir die uebliche Scheisse reinziehen, sondern nehme die positiven Vibes der neuen Firma auf. Das ist wenigstens etwas Gutes heute.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Neuer Job

Seit Montag arbeite ich nun in meinem neuen Job auf der anderen Seite der Harbour Bridge. Nach wie vor bin ich Produktmanagerin bei einem Distributor, zum Glueck aber jetzt bei einem kleineren, bei dem ich mehr Freiheiten habe, kreativer arbeiten kann und vor allem weniger Papierkrieg fuehren muss. Die Kollegen hier sind ebenfalls nett - das ist ja so ziemlich das einzige gewesen, was mich am Ende noch bei Ingram gehalten hat, die Leute dort, die einfach super in Ordnung waren... Ich habe ein volles Trainingsprogramm, d.h. die ganze Woche ist durchgeplant so dass ich einen guten Ueberblick bekomme, Fragen noch und noecher stellen kann und ueberhaupt sind alle sehr freundlich, hilfsbereit und freuen sich nen Ast ab dass ich an Bord bin. Das ist doch was! Naechsten Freitag haben wir ein Xmas-BBQ - typisch australisch. Da hoeren alle um 12h auf zu arbeiten und konzentrieren sich stattdessen auf 'Socialising', auch als SAUFEN bekannt. Da einer unserer Company Values "Passion" ist, muessen wir uns als unsere Passion verkleiden...da faellt die Wahl nicht schwer - ne Flasche Bundy sieht etwas schlecht aus wenn man gerade mal 2 Wochen in einer neuen Firma arbeitet, also wird es wohl der Tennisschlaeger werden.
Zur Arbeit fahre ich morgens auch nur 10-15 Minuten, der Heimweg nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch wegen des Rueckstaus an der Mautstation zum Hafentunnel, aber damit kann ich gut leben. Ich fuehle mich sehr wohl hier, habe das Gefuehl, dass ich gut ins Team passe und vor allem noch richtig was bewegen kann. Endlich wieder mehr Marketing!! Das habe ich ja schon sehr vermisst seitdem ich meine lieben Kollegen in Holland verlassen habe...
Dass ich mit dem Jobwechsel die richtige Entscheidung getroffen habe, ist mir gestern noch einmal bestaetigt worden, als mir mein Ex-Chef sagte, dass eine Email rumgegangen sei dass ordentlich Leute entlassen wuerden. Da haben wir mal wieder alles richtig gemacht!!! :-)

Sonntag, 30. November 2008

Noosa

Zum Abschluss haben wir noch einen Abstecher nach Noosa an der Sunshine Coast gemacht. Jan wollte sich gerne mit einem ehemaligen Studienkollegen treffen, der vor 10 Jahren von Südafrika nach Australien ausgewandert ist und nun mit seiner Familie in Gympie wohnt, und wenn es um einen Flug nach Brisbane geht, muss man mich ja bekanntermaßen nicht 2x bitten... So haben wir dann noch 2 Nächste in Noosa verbracht, da dieser nette Küstenort ca. 100 km nördlich von Brisbane auch für Jans Freunde eine willkommene Abwechslung darstellt. Mit dem Wetter hatten wir leider weniger Glück, da es recht bewölkt und windig war, so dass man nicht klassisch den ganzen Tag am Strand hätte verbringen können, aber immerhin ist das Wasser dort kalt genug und die Stinger gibt es nicht. Somit muss man sich auch nicht als unförmiger Schlumpf verkleidet in die Fluten stürzen... eine willkommene Abwechslung!
Heute ging es dann zurück nach Sydney, aber nicht ohne vor unserem Abflug aus Brisbane noch einen Abstecher zur Uni zu machen. Irgendwie zieht mich dieser Ort immer wieder magisch an, wenn ich dort bin und ich kann einfach nicht umhin, mir die altehrwürdigen Sandsteingebäude und Arkaden wieder und wieder anzuschauen. Mittlerweile ist es ja schon 8 Jahre her, dass ich dort ein Semester verbracht habe und es hat sich vieles verändert, aber es ist doch immer wieder schön zurückzukehren...anders als unsere Uni Duisburg. Woran das wohl liegen mag?!?
In Sydney angekommen, begrüßte mich gleich ein sintflutartiger Regen, der augenblicklich eine Post-Urlaubs-Depression ausgelöst hat. Mal gut, dass ich am Montag noch nicht arbeiten muss, sondern noch eine Woche Schonfrist habe. Mein Visum für die neue Firma ist übrigens schon genehmigt, so dass ich ohne Probleme wie geplant am 8. Dezember meinen neuen Job antreten kann.

Mittwoch, 26. November 2008

Segeln mit der Malaita

Zur Abwechslung hatten wir uns ueberlegt, mit der Malaita, einem wunderschoenen hoelzernen Segelboot, das etwa 20 Passagiere fasst, nach Low Isles zu segeln. Dort kann man schoen schnorcheln und Schildkroeten beobachten, von denen wir bisher wenig gesehen hatten, da am Reef draussen doch mehr Fische und Korallen zu bestaunen waren. Schildkroeten habe ich keine gesichtet und auch nicht gehoert, dass einer der anderen Taucher eine entdeckt haette. So sollte es also die Malaita sein. Skipper Ed hat die Malaita zusammen mit einer Crew auf den Soloman Islands selbst gebaut und dann nach Port Douglas gesegelt... Mir kommt es vor, als kenne wir mittlerweile das ganze Dorf, bzw. alle, die einen Job auf dem Wasser haben - mit Ausnahme der Quicksilver/McDonald's Crew...
Dieser Tag war ebenfalls unvergesslich, wenn auch ganz anders und auf seine besondere Weise entspannend. Das Schnorcheln war nicht besonders beeindruckend, weil das Reef hier direkt vor der Kueste doch ein wenig mitgenommen ist und nicht in den vielen bunten Farben erstrahlt wie weiter draussen, wo uns die Aristocat immer hinfuehrt. Ich war schon recht gelangweilt und hatte die Nase voll als sich die ersten Schildkroeten zeigten und auf einmal wollte ich gar nicht mehr aus dem Wasser. Ich haette den ganzen Tag dort rumpaddeln und diese faszinierenden Kreaturen bei ihrem Flug entlang der Reefkante beobachten koennen... Als es der Crew dann gelungen war, mich aus dem Wasser zu kommandieren (habe erst ganz schlecht gehoert, musste wohl Wasser in meinem Ohr gewesen sein), habe ich noch laenger sehnsuchtsvoll aufs Wasser geschaut und gehofft, zumindest noch mal einen Schatten erahnen zu koennen, aber es sollte nicht sein. Viel zu kurz war ich Gast in dieser Unterwasserwelt!
Auf dem Heimweg kam ordentlich Wind auf, so dass wir die Segel setzen und uns mit ordentlich Geschwindigkeit und Wellengang auf den Weg nach Port Douglas machen konnten. Dieser Teil des Tages hat mir sogar noch besser gefallen als die Schnorchelei mit Schildkroeten - zumindest bis sich der bekloppte asiatische Tourist vollgekotzt hat und wir den Motor anschmeissen mussten um schnellstmoeglich zurueck in den Hafen zu kommen... Am naechsten Tag sollte es mal wieder zum Tauchen gehen - so war ich also gnaedig gestimmt und wusste, ich wuerde bald wieder einmal Gast in dieser faszinierenden Unterwasserwelt sein! Ein Traum!!!