Dienstag, 23. Oktober 2007

Unser Haus in Staverly Road

Tja, wo fange ich an? Zunächst kann man nicht feststellen, um welche Hausnummer es sich handelt, da beide Ziffern so unglücklich abgebrochen sind, dass man die Nummer noch nicht einmal erahnen kann. Das gibt zumindest schon mal den Hinweis, dass es sich um eine zweistellige Zahl handelt. Bis vor kurzem war ich dennoch der Meinung, es handele sich um Hausnummer 5, in Wahrheit jedoch ist es die Nummer 21. Das wissen offenbar nur Insider – ich will hoffen, dass der Postbote dazugehört. Nummer 21 ist ein schönes, aber sehr altes Holzhaus mit einer freundlichen Veranda vorne und insgesamt 4 Schlafzimmern zuzüglich gemeinsam nutzbarer, Küche, Wohnzimmer, Waschküche und Garten. Alles in allem recht nett. Die Jungs, die hier wohnen, renovieren auch gerade, weshalb ein Container unsere Auffahrt schmückt. Jay und Rob sind 23 und im Grunde nie zu Hause. Trotzdem schaffen sie es, das Haus offenbar so zu verdrecken, dass sie sich entschuldigt haben als ich hier aufgelaufen bin und gleich am nächsten Tag alles geputzt haben müssen, denn nun ist das Haus wirklich sauber.
Der gesamte Boden (bis auf die Küche) wird geziert von einem flauschigen Teppich in freundlichem kackbraun, auch ansonsten ist alles wenig modern und vor allem haben wir kein Schloss und demzufolge auch keine Haustürschlüssel. Die Bude steht immer offen und im Grunde könnte jeder, der wollte, jederzeit hereinmarschieren und irgendwas mitnehmen – ist aber wohl in den letzten zwei Jahren nicht passiert und ich mache mir da auch wenig Sorgen, dass sich das jetzt ändern wird.
Mein Zimmer ist erschreckend winzig (siehe Foto). Ich tippe mal auf 16 qm zzgl. Wandschrank, der dafür riesig ist und sogar die Rennfahrertapete wettmacht. Ich konnte mir aus zwei herumliegenden Matratzen ein Bett bauen und dank Matratzenschutz und neuer Bettwäsche ist mein neues Ruhelager sogar sehr, sehr gemütlich und hoffentlich keimfrei.

Internet haben die Jungs definitiv nicht und auch ein Telefon habe ich vergeblich gesucht. Als ich Jay dann in die Finger bekommen habe, hat er bestätigt, dass es hier tatsächlich kein Telefon gibt. Das heißt, ich werde mein Handy am besten mal nachladen...

Sonntag, 21. Oktober 2007

Neue Adresse in Geelong

Oh mein Gott, es ist so einfach sich hier einzuleben! Und Cat hat natuerlich einen Grossteil dazu beigetragen! Sie hat mich gleich mal nach Warrnambool mitgeschleppt, wo insgesamt 13 Maedels ein Haus besetzt und die Stadt unsicher gemacht haben - ein Riesenspass und jetzt kenne ich schon wieder ein paar Leute mehr hier... alles easy hier!
Meine neue Adresse ist:
Daniela Thies
21 Staverly Road
Herne Hill 3218, VIC
Leider haben die Jungs dort keinen Internetanschluss, d.h. ich muss mir da mal ne Loesung ueberlegen. Sicher kann ich immer bei Cat aufschlagen und dort ins Internet, aber das ist auch nicht die gluecklichste aller Loesungen... Meine neue Telefonnummer kenne ich noch nicht, hatte ich doch keine Zeit mich laenger als 5 Minuten mit den Jungs zu unterhalten, weil ich die Maedels ja nicht aufhalten konnte... Meine Klamotten sind also schon in meinen Kleiderschrank eingezogen (ja, Wandschrank, war schon drin) und ich habe auch Bettzeug gekauft, muss also nur noch den Rest rueberbringen und das war es dann. Geputzt habe ich die Tage schon - das war auch dirngend noetig, weil das Haus der Jungs ein typisches Jungenhaus ist...aber sie haben fuer mich aufgeraeumt. Wen die wuessten, dass ich auch nicht so die Putzfee bin...aber das war echt sogar fuer mich zu viel. Jetzt ista ber alles sauber und mein kleines Zimmer ist okay fuer ne Weile. Sicherlich ist das nicht meine Unterkunft fuer den Rest meines Aufenthalts, aber deutlich billiger als ne Jugendherberge und ich muss mein Zimmer mit niemandem teilen PLUS ich habe Kontakt zu Aussies. Was will man mehr verlangen?

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Auf nach Geelong!

In einer Stunde werde ich nach Geelong aufbrechen, wo ich mich mit Cat treffe, die mich dann wiederum zu meiner neuen WG bringt. Sie hat sich auch mal gleich in ihrer typisch australischen Art den Abend freigehalten und alle ihre Freunde in einen Pub bestellt, wo wir gemeinsam Abendessen und ein paar Bierchen trinken damit ich mal gleich ein paar Leute kennenlerne...sofern ich keine anderen Pläne habe. Habeich natürlich nicht!!!

Meine neue Adresse und Telefonnummer gebe ich natürlich gerne schnellstmöglich bekannt. Ob die Jungs einen Internetanschluß haben, weiß ich gar nicht. Allerdings kann ich mir nur schwer vorstellen, daß sie keinen haben...


Geelong ist übrigens die zweitgrößte Stadt hier in Victoria und liegt etwa 75 km südwestlich von Melbourne direkt an der Port Phillip Bay. Der Stadtteil, in dem ich wohnen werde, dürfte etwa 3 km vom Meer entfernt sein und damit hat meine neue Unterkunft schon gewonnen bevor ich sie überhaupt gesehen habe. Ich kenne Geelong (kommt vom Aboriginal Wort für Bucht) ja schon, weil Peter und Nikki dort geheiratet haben. Ich kann Euch jetzt schon sagen: freut Euch auf die Bilder von dort, die Stadt ist der Hammer!!!


Alles weitere dann!

Ein Tag in den Grampians

Am Montag sind Nikki, Elliot und ich nach Halls Gap gefahren. Das ist der Hauptort der Grampians, dem Nationalpark, der direkt vor Pete's und Nik's Tür liegt. Halls Gap ist ein recht verschlafenes Dörfchen, das fast nur aus Touristenunterkünften besteht und vor allem über Ostern, Weihnachten und natürlich den ganzen Sommer durch fast aus allen Nähten platzt. Hier gibt es wunderschöne Sandsteingebirge, wo man wandern, klettern und sich abseilen kann. Man hat unzählige tolle Wasserfälle, viel Natur und damit auch Tiere ohne Ende...Ein Traum! Wenn man erst mal die Zeit hat, den ein oder anderen Berg zu erklimmen, hat man auch eine wunderbare Aussicht über die gesamte Region. Sicher sind die Berge für unsere Verhältnisse lächerlich klein, aber für mich sind sie genau richtig. Dann ist das Hochklettern wenigstens nicht so anstrengend... :-)

Montag waren wir allerdings mit Kinderwagen unterwegs, den wir dann auch brav den Wanderweg entlanggezogen, geschoben, getragen und gesonstwast haben bis wir endlich am Wasserfall angekommen sind. Es war die Mühe auf jeden Fall wert, weil auch der Weg an sich schon wegen der tollen Frühlingsvegetation sehr schön war. Nach dem letzten Buschbrand hier stehen noch immer viele verkohlte Baumstämme herum und es ist schon toll zu sehen wie sich die Natur erholt und direkt daneben neue Pflanzen sprießen.
Alles in allem ein wunderschöner Ausflug an einem sonnigen Tag ohne eine einzige Wolke am Himmel...

Samstag, 13. Oktober 2007

Kurzer Zwischenstand...

Mittlerweile ist mein Auto hier in Victoria angemeldet und ich habe ein nagelneues Nummernschild: WAS 265. Cool, WAS? Versicherungen und australische ADAC-Mitgliedschaft (RACV) sind abgeschlossen, meine PIN für die australische EC-Karte ist mittlerweile auch an Land gekommen und das bedeutet, dass im Grunde nur noch mein Paket fehlt, das ich vor ca. 8 Wochen aus Holland versendet habe.
Meine Glückssträhne reißt nicht ab: genau so wie sich zufällig die Gelegenheit mit meinem Auto ergeben hat, habe ich das Glück, dass Annies Familie (Annie ist neben Nikki auf den Party-Fotos zu sehen) in Geelong wohnt und ihre Kusine ab November eine Mitbewohnerin sucht!!! Bis dahin kann ich in einem 4-er Haus ein Zimmer mieten ohne dass ich groß einen Mietvertrag unterschreiben müsste. Dort wohnen derzeit zwei Freunde von ihr, d.h. zwei Zimmer stehen leer und ich kann eins besetzen solange ich lustig bin. Das Haus ist komplett möbliert sodass ich noch nicht mal ein Bett oder einen Schrank kaufen müsste...Sehr praktisch! Und das allerbeste ist, dass diese Kusine in einer Jobvermittlungsagentur arbeitet und meinte, sie könnte mir sicher schnell nen Temp-Job für ein paar Wochen besorgen und mit großer Wahrscheinlichkeit auch einen Marketingjob wenn wir etwas länger suchen. Wenn ich also ab Januar einen Job im Marketingbereich hätte, wäre doch alles geritzt. Dann könnte ich bis Mitte November arbeiten, dann schön mit Saskia, Chris, Ronja und Margret ne Tour machen, Pe empfangen und dann ernsthaft arbeiten. :-) Guter Plan!?!
Schön dass die Australier so unkompliziert und hilfsbereit sind! Hier kennt irgendwer immer jemanden, der genau das gerade anbietet, was man sucht. Und wenn sie selbst persönlich niemanden kennen, fragen sie ihre Freunde, Bekannten und Verwandten und es ergibt sich immer irgendwas. Gut dass Pete und Nikki mir so lieb unter die Arme greifen - denn ohne die beiden hätte ich auch Annie nicht kennengelernt und damit wäre Geelong auch noch nicht in so greifbarer Nähe wie jetzt.
Ich kann dort jederzeit aufschlagen - nächste Woche wird es so weit sein! Ich freue mich schon sehr, muss allerdings vorher noch meinen Scheinwerfer austauschen lassen, der sich auf Kangaroo Island ja diesen kleinen Stein eingefangen hat...

Sonntag, 7. Oktober 2007

Beulah

Wie der ein oder andere sicher schon festgestellt hat, war ich mehrere Tage außerhalb jeglicher Handynetzreichweite. Ich war gemeinsam mit Nikki und Elliot sowie dem überaus anstrengenden und hyperaktiven Pflegekind Crystal, das uns jetzt insgesamt 5 Tage gegönnt war, bei Nik's Eltern in Beulah. Sie besitzen eine zierliche Farm von 9000 acres und alles, was dazu gehört - so etwa völlig überdimensionierte Mähdrescher und Traktoren, aber auch eine kleines 4-sitziges Flugzeug, mit dem wir eine Runde gedreht haben. Die Dimensionen dort sind so unvorstellbar, dass man sie sich richtig vor Augen führen muss um überhaupt zu begreifen wie groß deren Farm ist! Beispielsweise haben wir vom Haus der Eltern bis zum Haus von Nik's Bruder, der noch immer auf dem Gelände wohnt, locker 10 Minuten mit dem Auto benötigt. Und das bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h auf deren privaten Feldwegen! Und das war natürlich noch lange nicht das Ende des Geländes... Einfach bombastisch! Neben einer Scherenliftfahrt und Rollstuhlwettrennen sowie der ein oder anderen Tour im Trekker oder Mähdrescher haben wir viel Zeit mit Poolbilliard und erzählen verbracht. Steve hatte selbstgebrautes Bier am Start, das mal richtig gut war und daher auch konsequenterweise entsprechend schnell vernichtet werden musste. Man sollte meinen, irgendwann hätte man dann alles getrunken, aber der Kerl hat über 50 l gebraut!!! Verrückter, der! Ich habe mich sehr wohl bei Marradith, Kevin und ihren Söhnen Steve und Peter gefühlt und freue mich deshalb besonders über die Einladung zu Weihnachten. Ich darf gemeinsam mit Pe dort aufschlagen, am Weihnachtsessen teilnehmen und sicher die ein oder andere amüsante Story hören.

Kangaroo Island, 3. Tag - Traumstrände...

Mein 3. Tag auf Kangaroo Island führte mich auf eine kleine Traumstranderkundungstour mit Leah und Couch. Gerade entlang der Nordküste gibt es so viele traumhafte Strände - und das beste ist dass jeder von ihnen anders aussieht. Einige sind leicht zugänglich und man kann sogar recht nach mit dem Auto ranfahren, andere wiederum muss man kennen um sie überhaupt finden zu können. Schon jetzt mit den ganzen Algen am Strand, die vom letzten Sturm herrührten, hatte ich das Gefühl, ich wäre im Paradies gelandet. Wie toll muss es erst im Sommer sein? Diese Strände warten auf mich und ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen.
Das linke Bild zeigt den Zugang zu meinem absoluten Lieblingsstrand, dem eine ausgiebige Heimsuchung im Dezember droht. Man muss sich zwischen den Felsen durchhangeln um dorthin zu gelangen. Leah als Einheimische sagte, dass dort auch im Sommer wenig los sei, weil sich kaum jemand die Mühe mache, so lange zu klettern und sich durch enge Schluchten zu quetschen um dorthin zu gelange. Ich liebe schon allein den Weg. Da könnte sogar der Strand völlig daneben sein und es wäre völlig egal... Ist er aber nicht!!! Das sollte leider schon mein letzter Tag auf der Insel sein. Meine Fähre am Montag verließ KI bereits um 8:30. Bei einem Check-In um 8:00 bedeutet das für mich, dass ich um 6:30 losmusste. Schließlich galt es für mich noch, die ganze Insel auf diversen Schotterstraßen zu queren. Die Fährüberfahrt war genauso spannend wie mein Flug, weil nämlich mein Auto beschlossen hatte auszulaufen, worauf mich der freundliche Fährenmensch aufmerksam machte. Ich hatte damit meinen ersten Schock des Tages hinter mir, weil ich natürlich wie üblich das schlimmste angenommen hatte, nämlich dass das sicher Öl wäre und ich niemals in Victoria ankommen würde. Das gepaart mit dem Feiertag in South Australia am Montag war natürlich die beste Kombination, die ich mir vorstellen konnte. Innerlich war ich schon auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit auf dem Festland um abzuwarten dass die verdammten Werkstätten am Dienstag wieder öffnen würden. Aber da mir das Glück ja hold ist, seitdem ich mich auf dieser Seite der Erdkugel befinde, habe ich auch gleich jemanden auf Deck entdeckt, der unter seiner eigenen Motorhaube steckte und auch nicht lange überzeugt werden musste, mal einen Blick auf meinen lila Bomber zu werfen. Es war nur Kondenswasser von der Klimaanlage und alles war gut. Damit lagen also nur knappe 700 km vor mir, die ich bei einer max. Geschwindigkeit von 110 km/h hinter mich würde bringen dürfen. Diese verdammten Geschwindigkeitsbeschränkungen hier!!!