Donnerstag, 20. September 2007

Es ist Frühling...




Alles grünt und blüht, es wird von Tag zu Tag wärmer und ich
freue mich auf den Sommer...

Da macht es doch gleich Spaß in den Garten zu gehen und Blumen zu fotografieren!

Schickt mir doch mal Herbstbilder. Schöne bunte Blättersammlungen wären toll...

Doch ne Schlangenphobie???

Eigentlich habe ich ja weder Probleme mit Schlangen noch mit Spinnen. Ich würde sie mir zwar nicht ausdrücklich als Hausgenossen wünschen, sehe sie mir aber doch ganz gerne an wenn sie schon mal da sind und würde auch keine Spinnen töten. Von Schlangen lasse ich ohnehin die Finger, sind sie doch meistens giftig bis tödlich, die Biester... Das bedeutet, dass ich wirklich gaaaanz weit entfernt davon bin, wie eine hysterische Sirene loszuheulen wenn ich derartiges Viehzeug entdecke. Zumindest dachte ich das...
Jetzt aber kenne ich die Geschichte von der Tiger Snake, die Pete und Nikki bei der Renovierung ihrer Küche in der Hauswand gleich hinterm Herd entdeckt haben. Die Biester werden bis zu 1,80 m groß und sind sehr giftig. So schnell wie die Biester dich vergiftet haben, schaffst du es nie zum Arzt. So weit so gut, dachte ich. Viele Schlangen hier sind sehr giftig, die meisten greifen aber gar nicht erst an, sondern verschwinden wenn sie auch nur die Vibration im Boden bemerken, die durch einen herannahenden Menschen verursacht wird. Mitnichten diese MoFus...Sie greifen sogar gezielt an, weil sie extrem aggressiv sind, erklärten mir Pete und Nikki. Nun, die gute Nachricht: die Schlange war schon tot und ist offenbar in der Zwischenwand verhungert. Die schlechte Nachricht: die beiden haben eine Lampe im Badezimmer hängen, die gute 5 cm Luft nach oben hat. D.h. die Schlange hätte theoretisch, da sie es ja einmal in die Wand geschafft hatte, auch noch in den Zwischenraum zwischen Decke und Hausdach gelangen können und hätte sogar theoretisch die Möglichkeit gehabt, sich im Bad wieder abzuseilen. Gar nicht so weit hergeholt, da es ja im Bad häufig schön warm und feucht ist... Der Gedanke behagt mir wenig und ich erwische mich dabei, wie ich immer wieder leicht panisch das Loch in der Badezimmerdecke neben der Lampe im Auge behalte während ich dusche, was totaler Blödsinn ist, schließlich ist es viel zu kalt für Schlangen im Moment - sagt mein Kopf! Und das stimmt auch. Dennoch hat dieses kürzlich entstandene Schlangenpanikalarmmännchen in meinem Angstzentrum andere Pläne und sorgt dafür, dass ich mit weit geöffneten Pupillen irgendwelche Löcher in der Decke anstarre. Wie krank ist das??? Ich bin mir sicher, dass ich über kurz oder lang doch in eine Sirene mutieren werde wenn ich ne Schlange entdecke. Bei Spinnen bin ich mir noch nicht sicher... Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ich wünschte, ich würde irgendwann diese Gelassenheit zurückerlangen. Aber vielleicht habe ich ja auch da gute Chancen???

So, ich gehe jetzt mal in den Garten und helfe Pete bei den Vorbereitungen für die Party. Der Schuppen muss noch ausgeräumt werden. Mal sehen, wer mir dort begegnen wird...ABER es ist zu kalt für Schlangen - genug Panikmache, Schlangenpanikalarmmännchen!!!! Stop it!!!

Dienstag, 18. September 2007

Kaum zu glauben...Optus war so freundlich

Natürlich haben sie ihr Versprechen mit der einen Stunde nicht gehalten, dafür wurde ich dann mitten in der Nacht von einer SMS geweckt, hatte mich schon gefreut und dachte im Halbschlaf, es wäre jemand von Euch, aber das konnte ja gar nicht der Fall sein...niemand hatte meine Nummer - noch nicht einmal ich selbst :-) wieder ein Zeichen dafür wie dämlich man sein kann.

Aber ich will mich mal nicht beschweren. Ab sofort bin ich also wieder erreichbar und zwar über Handy unter 0061 434628715 bzw über Festnetz bei Pete und Nikki unter 0061 355742228. Die Netzabdeckung hier im Hinterland ist nicht optimal, daher ist es sicher einfacher mich über Festnetz zu erwischen. Achtung, Australier gehen ran! ;-) Ich freue mich über sämtliche Lebenszeichen von Euch, sei es per Mail, Skype (dany.thies), SMS oder Telefon!!!

Viele Grüße aus dem derzeit scheißkalten Cavendish! Tagsüber haben wir 20 Grad, dafür aber nachts knackige 2°C! Fuck, habe ich gefroren letzte Nacht! Wir kaufen gleich erst mal einen schönen Heizlüfter für mein Zimmer, dann wird es sicher nächste Nacht besser.

Montag, 17. September 2007

Arbeitserlaubnis!

YAY, ich habe sie! Die heißersehnte Arbeitserlaubnis ist mir heute Morgen innerhalb von 2 Minuten in den Pass geklebt worden. Schon witzig... Dadurch, dass ich den Visumsantrag damals online ausgefüllt habe, hat nie jemand gefragt ob ich wirklich das Geld auf meinem Konto habe, das man vorweisen muss um dieses Visum bekommen zu können. Auch die Krankenversicherung hat niemand überprüft. Das wird schon noch kommen, dache ich. Mitnichten! Bei der Einreise am Flughafen hat es keinen gekratzt und seltsamerweise auch heute im Immigration Office in der Melbourner Innenstadt nicht. Vielleicht ist das ja für den ein oder anderen eine verwertbare Information :-) Ihr seid alle herzlich willkommen - und wenn es zur Not zum Tomatenpflücken ist...doch halt, da sind einige Leser schon zu alt ;-)

Nach über 4 Stunden Autofahrt sind wir nun in Cavendish angekommen. Hier wohnen Peter und Nikki in ihrem süßen Häuschen mit einem derart großen Grundstück, dass man davon in Deutschland nur träumen kann. Es ist sicher 6 Fußballfelder groß, wenn nicht sogar noch größer. Klar, dafür ist es am Arsch der Welt und die Aussies haben genug Land, aber immerhin. Schön ist es, wieder hier zu sein! Das Foto links zeigt einen kleinen Fluss, der etwa 300m von unserem Haus entfernt fließt. Er ist gesäumt von Eukalyptusbäumen und es ist einfach wunderbar idyllisch dort. Ich könnte Stunden dort sitzen und die wunderbare Natur genießen...



Die ersten Missionen sind also erfüllt: ich habe meine Arbeitserlaubnis im Pass kleben, die Steuernummer beantragt und es bleiben somit nur noch Kleinigkeiten wie Bankkonto eröffnen, Auto kaufen, die Versicherungen fürs Auto abschließen...und da war noch was?!? Ach ja, Job suchen natürlich ;-)

Mein Handy wird übrigens heute im Laufe des Tages aktiviert. Das war auch der absolute Oberkrampf! Optus sei dank wurde ich mehrfach aus der Endlosschleife gekickt und immer wieder darauf hingewiesen, ich könnte meine SIM-Karte auch online aktivieren. Richtig, AUCH online. Da ich aber am Wochenende keinen Internetzugang hatte, habe ich mich für die Alternative entschieden -nämlich anzurufen. Und wenn man dann noch 10 Minuten, in denen man schon schwer nach Atem und mit seiner Fassung gerungen hat, auch noch rausgeschmissen wird, hat man schon gleich Lust die Scheiß Optus-Karte aus dem Handy zu rupfen und kaputt zu schneiden. Verdammt noch mal!!! Da kann ich mich ja aufregen... Gut, dachte ich, vielleicht ist am Samstag Abend viel los, versuch es Sonntag wieder und alles wird gut. Denkste! Verdammter Sauhaufen!

Zum Glück konnte ich jetzt bei Pete und Nik ins Netz und AUCH die Freischaltung meiner Karte online durchführen. Angeblich habe ich in einer Stunde meine Handynummer. Ich glaube ja noch nicht dran, aber harre geduldig der Dinge, die da kommen. Sobald ich die Nummer habe, gebe ich sie Euch natürlich durch.

Derweil viele Grüße nach Deutschland!

Angekommen

Nach 26 Stunden Reise dann in Melbourne angekommen, haben mich Peter und Nikki zusammen mit Elliot abgeholt. Es ist wunderschön, so in Empfang genommen zu werden, wenn man doch gerade erst seine Familie und Freunde zurückgelassen hat. Der kleine Elliot ist so unglaublich süß, auch wenn oder gerade weil er außer trinken, lachen, weinen und in die Windeln machen noch nicht viel drauf hat. Alles in allem sind Babys doch so zufrieden... davon können sich so einige ne Scheibe abschneiden.

Peter und Nikki haben sich riesig gefreut mich wiederzusehen. Das haben wir mal gleich mit einem ungesunden Frühstück bei McDonald's gefeiert: Bacon & Egg Roll... Yum!

Leider muss Peter dieses Wochenende arbeiten, aber Nikki und ich haben das Glück in der Zweitwohnung von Pete's Eltern in Melbourne-Carlton übernachten zu dürfen bis ich am Montag meine Arbeitserlaubnis vom Immigration Office bekomme. Von hier aus sieht man die Skyline der Innenstadt und dieser Stadtteil ist wirklich besonders hübsch. Wir haben direkt vor unserer Haustür einen kleinen Park, zwei Querstraßen weiter gibt es unzählige Pubs und italienische Restaurants mit ausgezeichneter Küche. Gestern Abend haben wir hausgemachte Pasta mit Meeresfrüchten gegessen und dafür auch noch einen extrem guten Preis bezahlt. Eine nette Art, unser Wiedersehen und meinen Start in ein neues Leben zu feiern!!!

Dadurch, dass ich ja schon morgens um 4h angekommen bin, war ich entsprechend fertig und bin direkt nach dem Essen ins Bett gefallen. Immerhin war es schon 22h...es sieht so aus als würde ich den Jetlag schnell hinter mich bringen. Gut so, ich möchte nämlich gleich durchstarten hier!

Auf geht’s...

Schon ist er da, der 13. September, der Tag, an dem die Reise nach Australien beginnt. Ehe man sich umdreht, ist er da und erst dann begreift man, was es bedeutet zu gehen. Schon bevor wir uns Richtung Flughafen aufgemacht haben, begann der Abschiedsschmerz: ich musste Momo zurücklassen, die natürlich gar nichts verstand und mich einfach nur mit ihren treuen Hundeaugen ansah als ich die Tür hinter mir zuzog.

Dann am Flughafen: großer Freundeauflauf...Schon unglaublich lieb, aber gleichzeitig so herzzerreißend dass es mir gleich die Tränen in die Augen trieb. Toller Anfang! Noch nicht eingecheckt, aber schon geheult :-) Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal dafür, dass Ihr mir besonders in der letzten Zeit so häufig gezeigt habt, was ich Euch bedeute. Die Party war schon der Hammer und dann noch Euer Abschiedskommittee am Flughafen...ohne Worte! Ihr seid die besten und ich werde Euch sehr, sehr vermissen!!! Die letzten Minuten vor der Abreise gemeinsam mit meiner Familie und Freunden verbringen zu dürfen, hat mir wirklich viel bedeutet.

Der Flug war okay, der Transfer von Terminal 1 nach 4 in London deutlich weniger hektisch als gedacht und ich hatte sogar bis nach Melbourne Glück mit meinen Sitznachbarn! Ich darf da erinnern an den nach 3 Wochen gesammeltem Schweiß stinkenden afrikanischen Priester, der mir auf irgendeinem Flug mal vergönnt war oder an den stinkbesoffenen, übergewichtigen Australier, der mir auf dem letzten Flug auf die Schulter gesabbert hat! Alles okay diesmal...ich hatte harmlose niederländische und französische Rentner neben mir sitzen - wenn das kein gutes Omen ist :-)

Natürlich habe ich nach dem Start erst mal eine Weile geweint, Eure Briefe gelesen und Depri-Musik gehört, aber wie versprochen habe ich dann angefangen mich zu freuen und die Freude darüber, dass ich den Schritt gewagt habe, hält weiter an. Ich weiß, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und auch wenn immer wieder Zweifel aufkommen, die mich glauben lassen, ich bin die verrückteste Person auf der ganzen Welt...

Mittwoch, 12. September 2007

Abschiedsparty

Letzten Samstag hat dann tatsächlich schon meine Abschiedsparty stattgefunden. Ich kann noch immer nicht glauben, dass der Abflug nun doch so nahe gerückt ist. Bis zur Party hatte ich immer alles schön vor mir her geschoben - im Grunde gab es nur die Zeitrechnung "vor Arbeitsende - nach Arbeitsende" und plötzlich erwische ich mich dabei, wie es heißt "vor der Party - nach der Party". Obwohl mir klar war, dass der Tag kommen würde, auf den ich mich auch wirklich sehr gefreut habe, hat es mich am Samstag richtig erwischt. Erst da wurde mir bewusst, was der Abschied wirklich bedeutet. Es waren so viele liebe Freunde da, die mir unglaublich deutlich gezeigt haben, wieviel ich ihnen bedeute und wie sehr sie mich vermissen werden. Wir haben gefeiert, getrunken, getanzt und viel, viel geheult! Unzählige persönliche und originelle Geschenke darf ich nun stolz mein Eigen nennen und mit nach Australien nehmen. Dafür lasse ich gerne die ein oder andere Jeans hier...
Aber das wichtigste ist: wir haben die Party gerockt und trotz der ganzen Heulerei hatten wir ne Menge Spaß! Rock on!!!